Petra Wieschalla: (Über)Lebenstipps für Elternkümmerer

(Über)Lebenstipps für Elternkümmerer

Wenn einem plötzlich bewusst wird, dass die eigenen Eltern zu Kindern werden, die immer mehr Unterstützung, Aufmerksamkeit und Betreuung benötigen, ist das für die Allermeisten ein einschneidender Wandel. Das Verhältnis dreht sich. Die Rollen werden neu verteilt. Und wenn Kinder die Aufgabe übernehmen, sich um ihre alternden Eltern zu kümmern, dann sind schlechtes Gewissen, ständige Sorgen und das Gefühl „egal wie viel ich mache, es ist nie genug“, ständige Begleiter. Zusätzlich kommen noch die Herausforderungen durch die eigene Berufstätigkeit.

Diese Erfahrung hat auch Petra Wieschalla gemacht. Früher als internationale Projektmanagerin in Großkonzernen unterwegs, ist sie heute Autorin, Angehörigencoach und Demenzexpertin – und kennt die Herausforderungen von pflegenden Angehörigen genau.

Eine bewegende Story, die für Petra Wieschalla einmal mehr der Grund für ihre Arbeit ist

Petra Wieschalla weiß um die praktischen und emotionalen Schwierigkeiten, die sich in Familien auftun. Sie weiß, wie pflegende Angehörige darunter leiden, das immer unselbstständiger werdende Leben ihrer Eltern zu begleiten und währenddessen das eigene nicht zu vernachlässigen. Sie weiß auch, wie belastend Kämpfe mit scheinbar uneinsichtigen Elternteilen sein können. Vor allem, wenn auch noch das Thema Demenz hinzukommt. Sie weiß, wie sehr sich kümmernde Kinder in einem Zwiespalt zwischen Trauer, Ärger, Wut und Liebe befinden. Ganz zu schweigen von den bürokratischen Aufwänden und Pflichten, zum Beispiel wenn es um die Beantragung von Pflegegeld und Pflegehilfen oder um die Koordinierung von Pflegedienst und Arztbesuchen geht.

Vielleicht aber noch wichtiger: Die erfahrene Ansprechpartnerin für Elternkümmerer weiß auch, was hilft. Denn Petra Wieschalla selbst hat eine erstaunliche Geschichte von einer Pflegeerfahrung zu zählen, die ihr Leben verändert hat.

Der Unfall ihres damaligen Ehemannes hatte ein Leben im Rollstuhl zur Folge

Kurz nach der Hochzeit vor 20 Jahren hatte ihr damaliger Ehemann einen Verkehrsunfall – und ist seitdem querschnittgelähmt. Plötzlich änderte sich alles. Petra Wieschalla wurde selbst zur pflegenden Angehörigen und musste von jetzt auf gleich lernen, den gemeinsamen Alltag komplett umzustellen, sich mit Ämtern, Krankenkassen und Versicherungen zu verständigen, barrierefreies Wohnen möglichzumachen und gleichzeitig neuen Mut für dieses so unvorhergesehen Leben aufzubringen. Die emotionale Last war für sie als Ehefrau eines Mannes im Rollstuhl wie auch für ihn als auf Hilfe angewiesener Ehemann enorm.

Sich bewusst füreinander zu entscheiden half, neue Wege zu gehen

Was den beiden in dieser Krise geholfen hat? Die Erkenntnis, dass man immer eine Wahl hat und dass sie sich frei entscheiden konnten. Ganz nach den jeweiligen, eigenen Beweggründen. Und das taten sie. Sie entschieden sich bewusst und freiwillig für ein Für- und Miteinander. Seither galt der Blick auch und vor allem den Dingen, die funktionieren würden. Und so genossen sie gemeinsame Urlaube samt Tauchen in Ägypten und Fahrradtouren mit Handbike in Holland. Wieschallas damaliger Ehemann begann außerdem seine Karriere als Nationalspieler der Deutschen Nationalmannschaft im Rollstuhlcurling. Als Teammanagerin begleitete sie ihn zu internationalen Turnieren und schließlich sogar zur Teilnahme an den Paralympics 2018 in Südkorea.

Auch den eigenen Vater begleitete die Frau, die heute wertvolle Impulse für Hoffnung und Zuversicht gibt

Jeder Mensch, der bereits die Erfahrung gemacht hat, wie es ist, wenn die eigenen Eltern im Alter abbauen, weiß was das mit einem selbst macht. Es kann eine Welt zum Einstürzen bringen. Die Krebsdiagnose ihres Vaters und die Erkenntnis, dass sie ihn nicht würde retten können, beschreibt Petra Wieschalla als einen der schmerzhaftesten Momente ihres Lebens. Und gleichzeitig war die bewusste Begleitung in seiner letzten Lebensphase unglaublich wertvoll für beide. Mit allem, was dazu gehört: Nähe und Zuwendung, Hilfe und Unterstützung, Kontakte mit Ärzten und Behörden, gute Gesellschaft in schwierigen Zeiten und die Würdigung unterschiedlicher Bedürfnisse innerhalb der Familie.

Die Lehre aus der Angehörigenpflege – Petra Wieschalla hat ihre Mission gefunden

Seit einiger Zeit ist die Demenzexpertin in der Mission unterwegs, Menschen, die sich um ihre Eltern kümmern, gezielt zu unterstützen. Als Angehörigencoach bietet sie beispielsweise ein sinnvoll gestricktes und ganzheitliches Coachingpaket an, das Elternkümmerer rundum in ihren Aufgaben versorgt. Der Inhalt: Wissen, Checklisten, Impulse, Kraftspender und ein persönliches Beratungsgespräch.

Für Viele ist dieses Coaching eine riesige Erleichterung, nicht alleine dazustehen, seine Erfahrungen teilen zu können und sich auch einfach mal erlauben zu dürfen, erschöpft zu sein. Denn das hilft, baut Stress ab und zeigt Perspektiven auf.

Buch: Überlebenstipps für Elternkümmerer

Auch ein Buch hat Wieschalla geschrieben. Natürlich speziell zum Thema. Der Titel: „Überlebenstipps für Elternkümmerer – Das ideale Praxisbuch für alle Elternkümmerer, die ihr Leben wieder in die Hand nehmen wollen“. In diesem Sinne hilft der Ratgeber in der Situation, wenn sich Kinder um alternde Eltern kümmern und dient als praktikables Handbuch für diverse Herausforderungen.

Petra Wieschalla und famPLUS: ein gutes Team

Wir freuen uns sehr, die Expertin aktuell als Kooperationspartnerin begrüßen zu dürfen und zukünftig gemeinsame Beratungsdienstleistungen mit Petra Wieschalla für Elternkümmerer und rund um die Themen „Altern“ und „Mitarbeiter mit Pflegeverantwortung“ anbieten zu können.

von Jana Lorenz

 

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Wir beraten Sie individuell rund um das Thema Pflege und Vorsorge sowie zur Organisation der Versorgung in Ihrer Region. Sie können uns unter 089/8099027-00 jederzeit erreichen. Unsere Beratung steht allen Mitarbeitern unserer Kooperationspartner zur Verfügung.

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Hinweis in eigener Sache

Update zum Cyber-Angriff

Wir möchten unsere Kunden weiter über die Auswirkungen des Cyber-Angriffs vom 2.7.2021 informieren.

Es sind keine Daten von IT-Systemen der famPLUS abgeflossen, insbesondere auch keine Kundendaten. Gestört war allerdings für zwei Werktage der interne Zugriff. Zudem wurden E-Mails nicht zugestellt, die an uns zwischen dem 2.7.2021 21:00 Uhr und dem 6.7.2021 18:00 gesendet wurden. Wir bitten Sie, diese Mails ggf. nochmals zu senden.

Ausgangspunkt des Angriffs war eine Fernwartungssoftware der Firma Kaseya, die von Erpressern so manipuliert wurde, dass sämtliche an die Software angeschlossenen Systeme verschlüsselt wurden und nur gegen Zahlung eines Lösegeldes entschlüsselt werden können. Zu den Kunden der Firma Kaseya zählen vor allem IT-Systemhäuser weltweit. Hierunter auch ein deutscher Dienstleister, der wiederum Teile der IT von famPLUS betreut.

Betroffen bei famPLUS waren konkret ein Mail-Server, ein internes Laufwerk mit nicht-personenbezogenen Daten (vor allem Marketingunterlage) und zwei Endgeräte. Kundendaten in Gestalt von Mailadressen und Kontaktdaten befanden sich allein auf dem Mail-Server. Die eigentlichen Produktivsysteme der famPLUS befinden sich in einer separaten IT-Struktur und sind nicht betroffen. 

famPLUS hat unverzüglich alle notwendigen Maßnahmen zur Widerherstellung der Arbeitsfähigkeit unternommen. Der E-Mailverkehr ist wieder möglich. Eine Meldung zum Datenvorfall an die zuständigen Behörden sowie eine Anzeige beim Ansprechstelle Cybercrime des LKA Bayern ist erfolgt.

Wir werden Sie bezüglich der aktuellen Entwicklung auch weiterhin auf dem aktuellen Stand halten.

Siehe zu weiteren Hintergründen auch FAZ.

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