Wohnen im Alter

w.i.a
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von Nicole Beste-Fopma

Wohin, wenn im Alter nicht mehr alles so einfach von der Hand geht? Gleich ins Alters- oder gar Pflegeheim? Doch in der eigenen Wohnung, im eigenen Haus bleiben und Hilfe von extern holen? Eine Alters-WG gründen oder etwas ganz Neues wagen und unter Palmen den Lebensabend genießen?

Unsere Gesellschaft wird immer älter. Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt von Jahr zu Jahr. Gleichzeitig bleiben aber auch viele „Alte“ noch bis ins hohe Alter sowohl körperlich als auch geistig fit. Für Seniorinnen und Senioren gibt es mittlerweile eine große Spannbreite an Wohnangeboten, so dass für jeden Anspruch und jedes Bedürfnis das Passende gefunden werden kann.

 

 

Mit diesem Beitrag starten wir eine Artikelserie, in der wir Ihnen in regelmäßigen Abständen die große Bandbreite an Wohnangebot für Seniorinnen und Senioren detailliert vorstellen. Wir starten mit einem allgemeinen Überblick.

Alters- oder Seniorenheim

Gedacht als eine Art des Wohnens, die den Bedürfnissen von älteren Menschen gerecht wird und diesen Betreuung und Pflege bietet. In vielen Alters- beziehungsweise Seniorenheimen steht heute allerdings die Pflege im Vordergrund. Was dazu geführt hat, dass diese Heime oftmals mit Pflegeheimen gleichgestellt werden. Dabei gibt es einen bedeutenden Unterschied. In einem Alters- bzw. Seniorenheim wird man auch dann aufgenommen, wenn keine nachgewiesene Pflegebedürftigkeit besteht. Das heißt, ältere Menschen, die sich noch selbst versorgen können, können in einem Alters- bzw. Seniorenheim aufgenommen werden.

 

Pflegeheim

Ganz anders sieht das in den Pflegeheimen aus. Wer hier einen Platz benötigt oder möchte, muss gemäß den stattlichen Richtlinien ein Pflegefall sein.

 

Wohnen mit Hilfe

Wer lieber in den eigenen vier Wänden bleiben möchte, kann sich Hilfe holen. Unter dem Dach der Bundesarbeitsgemeinschaft „Wohnen für Hilfe Deutschland“ finden sich zahlreiche Wohnpartnerschaften von Alt und Jung. Ein Beispiel ist die Aktion „Wohnen für Hilfe“ in München. Hier vermittelt das Studentenwerk München Studierenden kostengünstigen Wohnraum bei Seniorinnen und Senioren. Im Gegenzug helfen die Studierenden den älteren Menschen bei alltäglichen Dingen, wie zum Beispiel dem Besuch beim Arzt, einkaufen, Rasen mähen, uvm.

 

Betreutes Wohnen

Die Spannbreite des Konzepts „Betreuten Wohnens“ reicht von Unterstützung in den eigenen vier Wänden bis hin zu Leistungszukäufen wie zum Beispiel Hausmeisterservice, Hausnotruf, Rufbereitschaft eines Pflegedienstes und vieles mehr in speziellen Seniorenwohnungen in Seniorenzentren. Immer gemäß dem Leitsatz: „So viel Selbständigkeit wie möglich und soviel Hilfe wie nötig.

 

Seniorenresidenz oder Seniorenstift

Was sich nach purem Luxus anhört ist leider keine geschützten Begriff. Es gibt durchaus Einrichtungen, die diese Bezeichnung ausschließlich zu Werbezwecken verwenden. Entspricht aber eine Seniorenresidenz oder ein Seniorenstift dem, was die Bezeichnung hoffen lässt, erwartet die Seniorinnen und Senioren hier ein Ambiente, das an luxuriöse Hotels erinnert. Neben den eigenen, seniorengerechten Wohnungen oder Zimmern stehen den Bewohnerinnen und Bewohnern in aller Regel zusätzlich noch gemütliche Aufenthaltsbereiche, Kaminzimmer, Veranstaltungssäle sowie Fitnessräume und ein umfangreiches Wellnessangebot und vieles mehr zur Verfügung.

 

Senioren-WG

Eine Wohnform, die bis vor wenigen Jahren Studierenden vorbehalten war, findet bei Senioren und Seniorinnen immer mehr Anklang. Mehrere Senioren teilen sich eine Wohnung oder ein Haus und machen das, was Studierende schon immer machen: Sie teilen sich den Wohnraum, die Hausarbeit und sind füreinander da. Einer der berühmtesten WG-Mitbewohner ist Bremens ehemaliger Bürgermeister Dr. Henning Scherf. Der heute 79-Jährige lebt bereits seit 25 Jahren in einer solchen WG.

 

Umzug zu den Kindern

Noch vor wenigen Jahren war das Wohnen in der Großfamilie die Normalität. Die Kinder können die eigenen Eltern oder Schwiegereltern bei der Bewältigung des Alltags unterstützen und die Großeltern passen im Gegenzug auf die Enkel auf. Generell gesehen, eine gute Wohnform: Sie schützt die Senioren vor der Vereinsamung und hilft der Sandwichgeneration bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Darüber hinaus ist sie in aller Regel kostengünstiger als die Unterbringung in einem Heim. Aber auch hier gibt es Herausforderungen, die nicht unterschätzt werden sollten.

 

Mehrgenerationenhaus

Dem Zusammenwohnen mit den eigenen Kindern sehr ähnlich ist das Konzept des Mehrgenerationenhauses. Hier wohnen ältere und jüngere Menschen unter einem Dach. Jeder in seiner eigenen Wohnung. Es gibt aber zusätzlich noch einen Gemeinschaftsraum, welcher der Treffpunkt für alle Bewohner und somit alle Generationen ist. In diesem Raum finden die verschiedenen Angebote statt, die das Konzept des Mehrgenerationenhauses ausmachen. Angefangen bei Betreuungsangeboten für Kinder und Jugendliche bis hin zu Weiterbildungsangeboten für Erwachsene.

 

Pflege im Ausland

Unter Palmen gepflegt werden. Jeden Tag Sonnenschein. Ein Traum – nicht nur für Senioren. Das Angebot von Pflegeheimen im Ausland reicht von dem Pflegeheim gleich über der Grenze in Tschechien, Polen oder Spanien bis hin zu dem in Thailand. Die Vorteile liegen auf der Hand: Nicht nur die medizinische Versorgung ist meist kostengünstiger, auch die Personalkosten sind es. Was zur Folge hat, dass die Seniorinnen und Senioren intensiver betreut werden können. Was sich nach einem Traum anhört, hat aber auch seine Tücken. Unter anderem die Distanz. Regelmäßige Besuche bei den Eltern werden schwieriger.


Erscheinungsdatum: 16.03.2018