Publikation: Personen- und haushaltsbezogene Dienstleistungen

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Jeder Mensch benötigt im Laufe seines Lebens einmal Unterstützung. Hilfe ist demnach etwas Alltägliches und Selbstverständliches. Obwohl es viele Vorteile einer alternden Gesellschaft und somit des demografischen Wandels gibt – beispielsweise die Möglichkeit, ein längeres und gesünderes Leben führen zu können als noch vor einigen Jahrzehnten – stellt diese massive gesellschaftliche Veränderung auch einige Herausforderungen. Zum einen ergeben sich unmittelbare Herausforderungen für die älteren Menschen und ihre Angehörigen. Zum anderen resultieren Herausforderungen auf gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene, denn die wachsende Anzahl der älteren Menschen kann nicht mehr ausreichend durch immer weniger jüngere Menschen unterstützt werden.

 Vor dem Hintergrund der alternden Gesellschaften in allen EU-Mitgliedsstaaten beschäftigen sich derzeit zahlreiche Akteure auf nationaler Ebene mit unterstützenden Dienstleistungen (sowohl personen- als auch haushaltsbezogen) für Familien und ältere Menschen. Die Thematik wird aber auch vermehrt auf europäischer Ebene wahrgenommen und Lösungsansätze werden diskutiert. Es stellen sich in Bezug auf Zugang und Verfügbarkeit der unterstützenden Dienstleistungen folgende Fragen: Wie können qualitativ hochwertige unterstützende Dienstleistungen gestaltet werden? Wie können diese möglichst universell, das heißt für alle Bürgerinnen und Bürger und für alle Bedarfe sowie Tätigkeitsfelder und zu einem erschwinglichen Preis angeboten werden?

Annette Angermann und Markus Solf gehen in ihren Ausführungen auf den Kreis pflegender Angehörige ein, die vor der Anforderung stehen, Familien- und Erwerbs-arbeit miteinander in Einklang zu bringen. Das Risiko, unter dieser Doppelbelastung selbst zu erkranken, ist in der Forschung hinreichend belegt. Die Autoren verweisen auf die Verantwortung von Firmen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dieser schwierigen Phase zu unterstützen. Diese neue Form des Age-Managements braucht von Seiten der Betriebe eine erweiterte Unternehmens-philosophie, die den Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit unter Berücksichtigung der Betreuung von älteren Angehörigen zu erreichen sucht. Die Darstellungen machen insofern auf zukünftige Forschungsaufgaben aufmerksam.

Angermann, Annette / Solf, Markus (2012): Folgen veränderter Lebens- und Arbeitswelten für Unternehmen. In: Pohlmann, Stefan (2012): Altern mit Zukunft, S. 125-140. Springer Verlag

Die "Beobachtungsstelle für gesellschaftspolitische Entwicklungen in Europa" beschäftigt sich seit einigen Jahren mit diesem Thema - sowohl mit Blick auf die Unterstützung von Familien, als auch älteren Menschen.

Weitere Informationen zum Thema "Unterstützende Dienstleistungen" stehen Ihnen in denPublikationen der Beobachtungstelle zur Verfügung.

Informationen zur Beobachtungsstelle Gesellschaftspolitik


Erscheinungsdatum: 13.12.2012