Homeschooling 2.0 - Noch ein Job für Mama und Papa!

Homeschool
Bildnachweis
istock

Das Thema steckt noch Vielen in den Knochen. Die erste Covid-19-Welle ist bereits im Frühjahr über uns hinweggerollt und Väter und Mütter haben sich plötzlich zusätzlich zu Ihren elterlichen und beruflichen Pflichten auch noch als Lehrkräfte für Ihre daheimgebliebenen Kinder verantworten müssen. Nach ein paar Wochen gefühlter Normalität fängt das Ganze jetzt aber schon wieder von vorne an.

Wechselunterricht und erneute Schulschließungen

Nachdem die Zahlen der Neuinfektionen aktuell wieder stark ansteigen, haben bereits einige Schulen beschlossen, Wechselunterricht – also wöchentlich abwechselnden Unterricht für die einzelnen Klassen – durchzuführen. Teilweise werden auch wieder ganze Klassen nach Hause geschickt oder die Schulen zeitweise komplett geschlossen.

Wie lautet nochmal der Satz des Pythagoras? Und wann genau wendet man das Präpositionalpronomen an?          
Solche Fragen sind nur einige von vielen Herausforderungen, denen Sie sich als Eltern nach einer kurzen Phase des Durchatmens wieder stellen müssen. Die eigenen beruflichen Pflichten müssen von heute auf morgen neu koordiniert werden, es kommt zu Überschneidungen und Konflikten im Privat- und Berufsleben und setzt Sie massiv unter Druck.

famPLUS möchte Ihnen ein paar Anregungen an die Hand geben, mithilfe derer Sie und Ihr Kind den Alltag in dieser besonderen Zeit strukturierter und entspannter gestalten können.        

Tipps für einen erfolgreichen Schultag zu Hause

  1. Eine gute Arbeitsatmosphäre schaffen         
    Ihr Kind sollte zum Lernen einen festen Ort haben, an dem genug Platz, Licht und eine gewisse Ordnung herrscht. Falls Sie selbst im Homeoffice arbeiten, sollten Sie sich einen Arbeitsplatz suchen, an dem Sie entspannt und ruhig arbeiten können und trotzdem immer mal wieder einen Blick auf Ihr Kind haben. Hilfreiche Regel: Arbeitssachen sind keine Spielsachen!  

     
  2. Technik einrichten und erproben    
    Viele Schulen richten Online-Portale (z.B. Mebis) als Lernplattform ein, wohin die Lehrkräfte die Lernunterlagen hochladen, die Kinder darauf zugreifen, Aufgaben bearbeiten und den Lehrern wieder bearbeitet zu Verfügung stellen können. Sollte auch für Ihr Kind eine solche Plattform eingerichtet sein, empfehlen wir, dass Sie zusammen mit dem Kind die Funktionen des Tools ausprobieren und am besten vorab die Basics wie z.B. Dokument in ein PDF umwandeln, Dokument hochladen, Aufrufen eines Links, Erstellen eines Ordners, etc. einüben. So können Sie häufige Unterbrechungen während des Lernens verhindern und auch selbst ungestörter arbeiten.

     
  3. Feste Strukturen mit ausreichend Pausen festlegen
    Je nach Alter des Kindes muss es erst noch lernen, sich allein zu strukturieren und ist hier besonders auf Ihre Unterstützung angewiesen. Vereinbaren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind feste Lernzeiten. Morgens, mittags, abends – je nachdem, wenn es am besten lernen kann. Hier kann es sehr hilfreich sein, einen Stundenplan zu schreiben.     
    Denken Sie auf jeden Fall auch an ausreichend Pausen. Wenn Sie merken, dass die Konzentration nachlässt, können ein paar Minuten Bewegung oft schon Wunder wirken.  Außerdem darf es auch Ausnahmen geben. Zu starre Regeln bewirken in manchen Situationen (beispielsweise mit pubertierenden Kindern) oft das Gegenteil der erhofften Struktur.      

     
  4. Einzelne Etappen erarbeiten und belohnen
    Für jüngere Schüler sind kleine Lernziele sehr hilfreich. Ebenso ist es wichtig, dass Sie mit dem Kind vorab besprechen, was es bei Fragen tun kann. Darf es Sie stören oder sollen die Fragen erst am Ende aller Aufgaben gestellt werden? Soll erst ein Geschwisterkind gefragt werden?
    Wenn die Aufgaben erledigt wurden darf als kleine Motivation auch mal eine Belohnung (z.B. eine gemeinsame Bastelaktion oder ein Filmeabend) in Aussicht gestellt werden.         

     
  5. Austausch mit Mitschülern ermöglichen     
    Was den Kindern zu Hause fehlt ist der direkte Austausch mit Gleichaltrigen, da die Kinder sich eher an ihren Peergoups und weniger an den Erwachsenen orientieren. Für einen erfolgreichen Lernprozess ist dieser Austausch von großer Bedeutung. Wenn es Ihnen möglich ist, sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind während dem Lernen auch mit Mitschülern in Kontakt treten kann. Die sozialen Netzwerke bieten hier unterschiedliche Plattformen.          

     
  6. Mit den Lehrkräften kommunizieren            
    Scheuen Sie sich nicht davor, bei Schwierigkeiten oder wenn Sie das Gefühl haben, das Lernpensum sei zu hoch, die Lehrkraft Ihres Kindes zu kontaktieren. Bitten Sie die Lehrer, dass die Lernunterlagen rechtzeitig (beispielsweise am Vorabend um 19 Uhr) da sind, damit Sie diese noch ausdrucken und durchschauen können.

     
  7. „Aushilfslehrer/in“ organisieren     
    Viele Eltern haben sicherlich schon die Erfahrung gemacht, dass das Lernen mit „fremden“ Personen oft besser funktioniert. Hier gibt es keine vorangegangenen Konflikte und keine starke emotionale Bindung zu der Person, die die Aufgaben überträgt und etwaige Fehler bemängelt. Falls es bereits eine Kinderbetreuungsperson (Babysitter, Leihoma, etc.) in Ihrem Haushalt gibt, sprechen Sie mit dieser und engagieren Sie diese als „Aushilfslehrer/in“. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass Sie sich mit einer anderen Familie abwechseln und einmal für deren Kind das Homeschooling übernehmen und im Gegenzug ihr Kind an einem anderen Tag „in die Fremdbetreuung geben“.      

     
  8. Auf ehrenamtliche Unterstützung durch Studierende zurückgreifen

Wenn die Zeit fehlt, dem Kind Nachhilfeunterricht zu geben oder schlicht und einfach das eigne Wissen nicht ausreicht, um Ihrem Kind weiterhelfen zu können, können Sie auf die Hilfe von ehrenamtlichen Studentinnen und Studenten zurückgreifen. Die gemeinnützige Organisation Corona-School bietet eine Plattform für Schülerinnen und Schüler, auf der sie Video-Nachhilfeunterricht von über 9.500 registrierten Studierenden in Anspruch nehmen können – in allen Fächer und für alle Schularten.      
 

Hilfreiche und interessante Seiten und Plattformen für Schulkinder:

Schlaudino.com (Lernplattform für Kinder ab Vorschulalter) 

Grundschulkönig (kostenlose Arbeitsblätter für die Grundschule. Auch für Vorschulkinder geeignet) 

Haus der kleinen Forscher (Experimente für Kinder zum Nachmachen) 

Geolino (Experimente und Wissen) 

ARD alpha Schulfernsehen (Filme zu verschiedenen Lerninhalten) 

SWR Planet Schule (Videos zu verschiedenen Themen wie Sprachen, Geschichte, Kultur) 

Learnattack.de (Kostenlose Lernvideos und interaktive Übungen) 

Anton.app/de (Alle wichtigen Themen aus der Schule kostenlos passend zum Lehrplan) 

 

famPLUS berät und unterstützt Sie gerne!

Bei Fragen rund um das Thema „Homeschooling“ sowie zu allen anderen pädagogischen und finanziellen Themen im Bereich Eltern und Kinder, wie beispielsweise Medienkonsum, Schulstress, Elterngeld und Elternzeit, stehen wir von famPLUS jederzeit für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.

Wir freuen uns auf Ihren Anruf unter 089 / 80 99 027 00 oder Ihre E-Mail an info@famplus.de.

Gemeinsam für Ihr persönliches PLUS!


Erscheinungsdatum: 29.10.2020