Endlich kümmert sich auch jemand anders – ein Wohnplatz für den behinderten Max

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20 Jahre lang haben sich Wayne und Ute C. um ihren Sohn Max gekümmert, der mit der Erbkrankheit „Fragiles X Syndrom“ auf die Welt gekommen ist. „Er ist fröhlich, gutmütig und humorvoll, aber auch geistig behindert. Deswegen müssen wir gut aufpassen, was mit ihm passiert“, erklärt die 53-jährige Mutter.

Das Leben von Ute, die ein Lehramtsstudium abgeschlossen hat und mit Mann und Kindern lange in den USA gelebt hat, drehte sich lange Zeit nahezu komplett um ihren kognitiv eingeschränkten Sohn. Als die Familie nach Deutschland zurückkehrte, war Max 10 Jahre alt und begann eine Förderschule zu besuchen.

Inzwischen ist Max’ Vater als Führungskraft im Bayer Konzern tätig. Nach dem 12. Schuljahr kam auch für Max der Ernst des Lebens. Nach einem Praktikum, in dem Max unzureichend betreut war, wurde Ute klar, wie schwierig es sein würde, einen geeigneten Arbeitsplatz für ihn zu finden. Da sie wegen Max Hausfrau geblieben ist, konnte sie viel Zeit aufbringen, um zusätzlich zu seiner Ausbildungsstelle auch nach der nötigen Unterbringung für ihren Sohn zu suchen. Max ist, wie sie sagt, "noch nicht fürs 'Betreute Wohnen' bereit“, das von relativ viel Selbstständigkeit ausgeht. Gleichzeitig mangelt es an „Stationären Wohngruppen“ mit intensiverer Betreuung in Nähe zur gewünschten Ausbildungsstelle.

Die Wunsch-Ausbildungsstelle „Lebensgemeinschaft Eichhof“, wo Max nun im Berufsbildungsbereich zunächst das Töpfern lernt, was ihm liegt und ihn interessiert, hat Mutter Ute durch viel Eigenengagement aufgetan. Aber bei der dazu notwendigen Unterbringung ihres Sohnes stieβ sie an ihre Grenzen. „Ich bin in eine Sackgasse geraten. Es war emotional zermürbend, unzählige Telefonate über Wochen und Monaten zu führen und zwar mit sehr netten und hilfsbereiten Menschen zu sprechen, die aber alle sagten, sie hätten leider keinen Platz für Max“, sagt die 53-Jährige ganz offen.

Kurz vor der Verzweiflung habe sie gestanden, erinnert sich Ute, vor allem, da die Ausbildungsplätze beim Eichhof sich rasch füllten und zuletzt nur ein einziger übrig blieb. Da kam es genau recht, dass ihr Ehemann Wayne aus der Firma mit einer Broschüre nach Hause kam, in der das Konzept von famPlus dargestellt wurde. Ob sie mit dem Service nicht mal Kontakt aufnehmen wolle, schlug er vor – und ja, das wollte Ute.

Sie griff zum Telefon und schilderte dem Mitarbeiter am anderen Ende der Leitung ihre Lage. „Die waren total sympathisch. Man hat mir aufmerksam zugehört, nachgefragt und sehr engagiert sich auf die Suche nach einem Wohnplatz für unseren Sohn gemacht“, beschreibt Max’ Mutter ihre Erfahrungen mit famPlus. „Was richtig gut war, ist dass auch famPlus nach Alternativen in der Finanzierung gesucht hat, die einen weiteren Weg zur Ausbildungsstelle notfalls hätten abdecken können. Und überhaupt war es unheimlich toll, dass noch jemand anders sich mit uns in dieser schwierigen Situation kümmert und wir nicht weiter alleine mit dieser enormen Aufgabe dastehen mussten“, lobt Ute C. sowohl den Arbeitgeber ihres Mannes als auch den Vermittlungsservice selbst.

Im Endeffekt hat Ute dann einen Platz für betreutes Wohnen für Max aufgetan, der als Zwischenlösung dient, bis ein Wohnplatz im begehrten Eichhof frei wird. „Und auch famPlus kam fast zeitgleich mit genau dieser Lösung auf mich zu. Ich habe nämlich parallel doch weitergesucht und mich dann gefreut, dass wir zu demselben Ergebnis kamen. Nicht jedes Elternteil hätte die Kraft oder Zeit so intensiv über so einen langen Zeitraum nach Lösungen zu recherchieren. Für eine alleinstehende Mutter oder eine Familie, in der beide Eltern berufstätig sind, wäre dieser Aufwand sicherlich unmöglich gewesen“, fasst die 53-Jährige den Auswahlprozess zusammen.

„Wir kennen einige Ehen mit behinderten Kindern, die kaputt gegangen sind, da die Eltern sich oft so furchtbar alleine gelassen und sich mit dem Stress mit Schulen, Therapien, Behörden oder Einrichtungen überfordert fühlen“, sagt Ute sehr nüchtern, die selbst auf eine 23 Jahre glückliche und sich gegenseitig unterstützende Ehe zurück blicken kann. Und trotzdem weiβ sie es sehr zu schätzen, wenn Eltern bei der Organisation der Betreuung jemand tatkräftig zur Seite steht und der Arbeitgeber die Vermittlungskosten übernimmt. Denn so hat ihr Mann als Mitarbeiter den Kopf frei für seine Arbeit und muss sich nicht um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sorgen – damit ist allen gedient.

Erscheinungsdatum: 02.11.2015