#coronatv - Die Ausnahme in der Ausnahmesituation - Wie viel Medienkonsum ist noch erlaubt?

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Die Tage werden schöner und länger und die Kinder freuen sich, nach dem Kindergarten oder der Schule draußen im Garten, auf dem Spielplatz oder mit Freunden unterwegs sein zu können. Zeit für Fernseher und Co. bleibt da kaum – und das ist auch gut so.
Doch was tun in einer Ausnahmesituation, in der noch bis mindestens Mitte April Ausgangsbeschränkungen gelten und soziale Kontakte vermieden werden sollen?

Wir leben in einer digitalen Welt mit all seinen vielen Vor- aber auch Nachteilen. Hör- und Bildschirmmedien üben auf Kinder jeden Alters einen großen Reiz aus und sind häufig die Antwort auf Langeweile. Fernseher, Internet und Smartphone können aber durchaus sehr sinnvoll sein, wenn sie so genutzt werden, dass sie eine Bereicherung darstellen, Spaß machen oder bestenfalls noch beim Lernen unterstützen.

Besondere Situationen erfordern besondere Regeln denkt sich vielleicht so manch einer und aus der täglichen Fernseh-Stunde werden schnell mal drei Stunden. Doch Vorsicht - gerade jetzt ist ein weiterhin geregelter Tagesablauf besonders wichtig, um zu verhindern, dass die Kinder sich zu sehr an die Ausnahmesituation gewöhnen und schwer wieder zurück in die tägliche Routine finden. Mehr zum Thema, warum Rituale für die ganze Familie so wichtig sind, können Sie in unserm Online Magazin nachlesen.
 

Wie viel Medienkonsum ist kindgerecht und unbedenklich?

Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gibt es entsprechend dem Alter der Kinder Regeln für die tägliche Mediennutzungsdauer, die als Orientierung dienen können:

  • 0 bis 3 Jahre: Hörmedien höchstens 30 Minuten, Bildschirmmedien am besten gar nicht.
  • 3 bis 6 Jahre: Hörmedien höchstens 45, Bildschirmmedien zusammen höchstens 30 Minuten.
  • 6 bis 10 Jahre: Hörmedien höchstens 60, Bildschirmmedien zusammen max. 45 bis 60 Minuten.

Für Jugendliche sind häufiger PC-Spiele und Soziale Netzwerke interessant. Hier empfiehlt es sich, feste „Offline-Zeiten“ zu vereinbaren, in denen Raum für andere Aktivitäten (z.B. Bewegung, Lesen, etc.) und Aufgaben (z.B. Hausaufgaben, Hilfe im Haushalt, etc.) eingeplant wird. Wissenswertes über einen sicheren Umgang mit Social Media finden Sie ebenfalls in unserem Online Magazin. Weitere praktische Tipps zur Mediennutzung von Kindern ab 12 Jahren werden in der BZgA-Broschüre „Online sein mit Maß und Spaß“ dargestellt.

Nicht jedes Kind ist gleich

Diese Angaben sind Empfehlungen, die nicht immer eins-zu-eins auf jedes einzelne Kind übertragen werden können. Jedes Kind ist anders und somit wirken sich Medien auch unterschiedlich auf sie aus. Wichtige Signale für Sie als Eltern sind Verhaltensweisen ihrer Kinder nach dem Fernsehen. Wirkt das Kind beispielsweise gelangweilt, teilnahmslos oder aggressiv oder ist es unkonzentriert und überdreht. Wenn Sie hier Auffälligkeiten bemerken, sollten Sie die Medienzeit beim nächsten Mal entsprechend anpassen.

Praktische Tipps für den Alltag

Wenn Sie gemeinsam als Familie gewisse Rahmenbedingungen schaffen, gibt das den Kindern Sicherheit und Orientierung und erspart Ihnen vielleicht auch die ein oder andere Diskussion.

  • Treffen Sie Vereinbarungen und legen Sie persönliche Regeln fest.
  • Begleiten Sie Ihre Kinder beim Medienkonsum und sprechen Sie mit ihnen darüber.
  • Stellen sie keinen Fernseher und PC ins Kinderzimmer.
  • Vermeiden Sie Dauerberieselung.
  • Beenden Sie die Mediennutzung mind. eine Stunde vor dem Schlafengehen.
  • Sorgen Sie für einen Ausgleich zum Medienkonsum.

Ausnahmen bestätigen die Regel

So wichtig feste Regeln auch sind - natürlich darf und soll es hin und wieder Ausnahmen geben. Vereinbaren Sie diese Ausnahmen mit dem Kind aber in jedem Fall nur tageweise und sorgen Sie auch in der aktuellen Situation für medienfreie Tage als Ausgleich. Viele verschiedene Tipps und Anregungen, wie Ihre Kinder die Zeit Drinnen sinnvoll und ganz ohne TV und Co. nutzen können, finden sie in unserem Online Magazin.
Und auch hier die goldene Regel für Eltern: Seien Sie Ihrem Nachwuchs ein gutes Vorbild, legen Sie ihr Smartphone beiseite und schalten Sie für eine Weile auf „offline“. 


Hilfreiche Portale zur Mediennutzung

Die Programmberatung Flimmo bietet Ihnen eine wertvolle pädagogische Einschätzung von TV-Sendungen und Filmen für Kinder von 3-13 Jahren.
Unter app-geprüft.net finden Sie Bewertungen von Apps für Kinder hinsichtlich Jugend-, Daten und Verbraucherschutzrisiken.
Einen Überblick zu kindgerechten Internetseiten können Sie sich auf seitenstark.de verschaffen.
Und wenn Sie mal ein paar ruhige Minuten haben und sich mehr über eine altersgerechte Mediennutzung überinformieren wollen sind u.a. Schau-hin und Klicksafe gute Anlaufstellen.

 

famPLUS berät und unterstützt Sie gerne!

Bei Fragen rund um das Thema „Medienkonsum bei Kindern“ sowie zu allen anderen pädagogischen und finanziellen Themen im Bereich der Kinderbetreuung, wie beispielsweise Elterngeld, Anstellungsverhältnis Kinderbetreuer, etc. stehen wir von famPLUS jederzeit für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.
Wir freuen uns auf Ihren Anruf unter 089 / 80 99 027 00 oder Ihre E-Mail an info@famplus.de.
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In diesem Sinne: #bleibensiekreativ      


Erscheinungsdatum: 09.04.2020