Aktuelle Studien zu Erwerbstätigkeit, Ganztagesschulen, Diversity und Qualität der Kinderbetreuung

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Erwerbstätigkeit von Müttern

Im aktuellen Wochenbericht (32/2013) stellt das DIW Berlin (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) die Auswirkungen des Rechtsanspruchs auf die Erwerbsbeteiligung von Müttern und die kindliche Entwicklung. Die Ergebnisse zeigen:

  • ein kurzfristiger Anstieg der Müttererwerbstätigkeit von 2 Prozentpunkten ist zu erwarten
  • Erhöhung des Anteils jüngerer Kinder in subventionierten Betreuungs- und Bildungseinrichtungen ebenfalls um 2 Prozentpunkte
  • kurz- und mittelfristig kann der frühe Besuche einer Einrichtung die Entwicklung positiv beeinflusse, besonders die Alltagsfertigekiten von Kindern zwischen einem und drei Jahren sowie das sozio-emotionale Verhalten von Grundschulkindern

Die Studie finden Sie hier:

http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.425670.de/13-32-1.pdf

Ganztagesschulen

Die Bertelsmann-Stiftung hat die Situation der Ganztagesschulen untersucht und am 4. August in Gütersloh vorgestellt. Die zentralen Ergebnisse sind:

  • Fast jeder dritte Schüler geht in eine Ganztagesschule. Im Schuljahr 2011/2013 waren das rund 2,3 Miliionen Kinder und Jugendliche
  • Das Angebot ist in den Bundesländern sehr unterschiedlich und deckt die Nachfrage meist nicht. Während in Sachsen fast 80 Prozent der Schüler ganztags in die Schule gehen, sind es in Bayern nur gut 11 Prozent.
  • Die gebundene Ganztagesschule ist eher die Ausnahme. Bundesweit liegt die Quote der Schüler, die im gebundenen Ganztag unterrichtet werden, bei 13,7 Prozent. 
  • "Für die individuelle Förderung aller Schüler bietet die gebundene gegenüber der offenen Ganztagsschule die besseren Rahmenbedingungen", sagte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung bei der Vorstellung der Studie.Vorteile sind, dass eine Ganztagesschule bessere Möglichkeiten bieten kann, das soziale und kognitive Lernen zu fördern - und so auch Bildungsunterschiede ausgleichen kann.
  • Die Bertelsmann-Stiftung plädiert für einen Rechtspanspruch auf einen Platz in einer Ganztagesschule.e Studie - auch unterteilt in Bundesländer

 

Diversity in Aufsichtsräten

Die Strategieberatung Simon-Kucher & Partners hat in einer Studie, veröffentlicht am 17. Juli 2013, die Zusammensetzung der Dax-Vorstände untersucht. Hierbei stellen sie fest:

  • Erstmals ist der Ausländeranteil auf über 29 Prozent gestiegen.
  • Dabei sind insgeamt 17 Nationalitäten vertreten, die USA stellt dabei mit 16 Vorstandsmitgleider, Österreich 7 und Großbritannien 5.
  • Auch der Frauenanteil steigt, allerdings langsam: von 6,3 auf 7,4 Prozent. 
  • In elf Dax-Unternehmen arbeitet mittlerweile mindestens ein weiblicher Vorstand.

Weitere Informationen zur Studie:

http://www.simon-kucher.com/de/news/internationalitat-dax-vorstanden-auf-rekordhohe

 

Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme

Die Frage der Qualität hängt auch mit dem Personalmangel zusammen - so die Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung zu Betreuungsformen und Bildungsschancen, die im Juli im diesjährigen "Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme" vorgestellt wurde. Mit folgenden Ergebnissen:

  • Im Bundesdurchschnitt liegt der Personalschlüssel in Krippen bei 1:4,5. In ostduetschen Krippen betreut eine Vollzeitkraft rechnerisch sechs Ganztageskinder. Das einzige Land, das den von der Stiftung empfohlenen Betreuungsschlüssel von 1:3 nahezu erfüllt, ist Bremen (1:3,1).
  • DIe Bildungschanen der unter Dreijährigen verschlechtern sich, wenn die Kinder statt ein einer Krippe in einer anderen Gruppenform betreut werden, bei der sie auch mit älteren Kindern zusammen sind. Dazu gehören Kindergartengruppen, die bereits für Zweijährige geöffnet sind. In solchen altersgemischten Gruppen orientiert sich die Personalausstattung an den über Dreijähringen - zu Lasten der Jüngsten.
  • Für die Qualität frühkindlicher Bildung ist die Betreuungsrelation relevant: Bessere Personalschlüssel emöglichen mehr bildungsanregende Interaktionen und Aktivitäten.

Grundlage des jährlich erscheinenden Reports sind Auswertungen von Daten der statistischen Ämter des Bundes und der Länder aus der Kinder- und Jugendhilfestatistik und weiteren amtlichen Statistiken sowie einer Befragung aller zuständigen Fachministerien der Bundesländer durch die Bertelsmann Stiftung. Die Berechnungen hat der Forschungsverbund Deutsches Jugendinstitut / Technische Universität Dortmund durchgeführt. Der Länderreport bietet für jedes Bundesland ein Profil seines frühkindlichen Bildungssystems. Diese Profile sowie alle weiteren Daten und Fakten zu den frühkindlichen Bildungssystemen finden Sie im Internet unter www.laendermonitor.de.

 


Erscheinungsdatum: 07.08.2013